Im Interview: Ina Wihler - Teil 2

Nachdem wir letzte Woche eher über das Weingut Wihler an sich und seine grundsätzliche Arbeitsweise gesprochen haben, wollen wir euch heute mehr über die Winzerin Ina selbst erzählen. Auch wenn sie mit ihrem Partner und ihrem Vater zusammen arbeitet und alle Anteil am Geschmack der Wihler Weine haben, laufen bei Ina die Fäden zusammen. Im zweiten Teil des Interviews lernt ihr sie nun besser kennen.

 

Wo bist du aufgewachsen, auch auf einem Weingut?

 

Ja, ich bin auf dem Winzerhof aufgewachsen. Wir hatten hier zwei Höfe. Ich bin daher von klein auf mit Wein verbandelt und habe schon in frühem Alter sehr viel von der Arbeit mit Wein mitbekommen.

 

Welche Berufsausbildung hast du?

 

Durch die familiäre Prägung war für mich schnell klar, dass ich Weinbau studieren möchte. Ich ging dazu an die Hochschule Geisenheim und studierte Internationale Weinwirtschaft. Ich hatte ja schon früh auf dem Hof mitgeholfen, auch wenn dieser nur dem Nebenerwerb diente. Mein Vater war Betriebsleiter auf einem anderen Hof. Ich half meiner Oma auf unserem und als sie krank wurde, übernahm ich immer mehr. Sowohl vor als auch nach dem Studium habe ich verschiedene Praktikas gemacht. Ich wollte mir einen umfassenden Überblick über Weinbau verschaffen und war deshalb sowohl in konventionellen als auch in biodynamischen, in großen wie in kleinen Betrieben. Das war für mich sehr interessant und lehrreich. Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich einerseits die Ansätze sind, andererseits experimentieren auch Großbetriebe wie die Domäne Wachau mit Tonamphoren.

 

Wieso die Bilder der Frauen auf den Flaschen?

 

Das sind alles Frauen der Familie. Die Weine der Familie Wihler waren immer schon auch von ihren Frauen geprägt. Das ging mit meiner Uroma los, über meine Oma, meine Tante, meine Mutter...die Zeichnungen stammen von einem befreundeten Künstler aus Freiburg, dessen Arbeit mir immer schon sehr gut gefallen hat. Zusammen mit den Geschichten dahinter empfand ich es als sehr stimmig, Portraits auf die Etiketten zu nehmen. Besonders häufig ist meine Uroma in der traditionellen Kaiserstühler Tracht, mit der typischen Flügelhaube, der sogenannten Hörnerkappe, zu sehen. Meine Oma war immer sehr offen und interessiert an Neuem. Ich finde, das passt gut zu dem Weg, den wir jetzt auch mit dem Weingut Wihler einschlagen.

 

Haltet ihr selber Tiere auf dem Weingut?

 

Zu unserer großen Freude haben wir sieben Schafe in den Hängen. Es macht irrsinnig viel Spaß, mit ihnen zusammen im Weinberg zu arbeiten. Außerdem haben wir einen Hund und überlegen uns Hühner zuzulegen.

 

Welchen deiner eigenen Weine favorisierst Du persönlich?

 

Ich stehe voll auf den Pet Nat und die in der Tonamphore Maische-vergorenen Weine, wie zum Beispiel den Pinot Blanc.

 

Welchen deiner Weine empfiehlst du jetzt für die Winterzeit?

 

Für die kälteren Tage empfehle ich den Spätburgunder. Der passt schön zu kräftigen Gerichten wie Eintopf, die von innen wärmen.

 

Experimentierst Du gerade mit etwas besonderem im Weinkeller?

 

Wir haben gerade einen Muskateller auf der Maische liegen und einen Chardonnay im Barrique. Die sind beide spontan vergoren und sollen unfiltriert bleiben. Da bin ich gespannt, wie sie rauskommen werden.

 

Wie viel Ina steckt mittlerweile in deinen Weinen?

 

Das fällt mir schwer zu sagen, weil ich mir die Arbeit ja mit meinem Vater und meinem Freund teile. Eigentlich stecken sozusagen von uns jeweils 30 % in den Weinen. Und dann gibt es ja auch noch viele Freunde, die helfen. Die machen die restlichen 10 % aus. Aber was die grundsätzliche Philosophie angeht: die ist im wahrsten Sinne auf meinem Mist gewachsen. Mein Freund und mein Vater stehen da aber zum Glück genauso dahinter.

 

Was macht dir an deiner Arbeit als Winzerin besonders Spaß?

 

Ganz klar das viele draußen sein, die Arbeit mit der Natur. Dinge wie Rebschnitt und so weiter. Das belebt mich und ich freue mich, so auch die Natur zu beleben.

 

Gibt es eine Leidenschaft/Hobby neben der Winzerei?

 

Ich gehe total gerne wandern und bin mit dem Hund draußen. Außerdem liebe ich Kochen und die Gärtnerei. Aber auch Kunst und Musik sind ein wichtiger Teil für mich.

 

Ein Leben ohne Wein ist denkbar, aber....?

 

...einsam und ganz schön trocken...

 

Welches Lebensmittel ist Dir genauso wichtig wie Wein?

 

Gemüse ist mir total wichtig. Ich liebe die Vielfalt. Dabei liegt mir ganz besonders am Herzen, dass es regional angebaut wird und im Einklang mit der Natur wachsen konnte. Umso mehr freue ich mich, dass wir zum Teil auch unser eigenes Gemüse anbauen und dies hoffentlich immer mehr ausweiten können.

 

Welche Lebensweisheit hast du durch Wein erlangt?

 

Höre auf Deine Intuition und verstell Dich nicht. Es ist wichtig sich selbst zu vertrauen. Das hat mir der Wein immer wieder klar gemacht.

 

Was ist dein nächstes Ziel?

 

Aktuell renovieren wir gerade den Winzerhof. Das Haus ist von 1890. Da gibt es einen schönen Raum, in dem eine tolle Bruchsteinwand erhalten ist. Den wollen wir als Verkaufs- und Verkostungsraum nutzen. Außerdem gibt es unter einer alten Scheune einen Erdkeller. Den möchten wir in einen modernen Keller umwandeln, aber die perfekten Eigenschaften des Erdkellers erhalten. Mit seiner gleichbleibenden Temperatur von 13-15 °C ist er ideal, um Barriques zu lagern. Und weiterhin die Biodiversität verbessern, Biotope anlegen, Nützlingen ein Zuhause bieten....ach, wir haben noch ganz viel vor.

 

Liebe Ina, danke Dir für das schöne Gespräch, alles Gute und bis bald!

 

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