Die Weinregion Murcia

Die autonomen Regionen Murcia und Valencia bilden zusammen das Herzstück der Levante, die sich entlang der Ostküste Spaniens erstreckt. In den heißen, sehr trockenen Halbsteppen im Hinterland der Küste entstanden lange Zeit rustikale und alkoholstarke Weine. Dank neuem Knowhow in Anbau und Vinifikation ergeben nun die alteingesessenen Sorten wie Monastrell (Mourvèdre) und Bobal elegante, vollfruchtige Weine mit mediterranem Charme.

 

Im Südosten Spaniens an der Mittelmeerküste gelegen, zählt die Levante zu den trockensten Gebieten Europas und gleicht in manchen Teilen einer Wüste. 300 Sonnentagen im Jahr und Temperaturen von über 40°C im Sommer zeichnen diese Region aus. Die Böden sind kalkhaltig, trocken, sehr hart und haben wenig Tiefgang, können Feuchtigkeit also auch schlecht speichern.

Nichtsdestotrotz und nicht zuletzt durch das sonnige Klima ist die Region vor allem wichtig für landwirtschaftlichen Anbau. Über weite Strecken sieht man z.B. nur Oliven- und Mandelhaine.

 

Der Weinbau spielt eine untergeordnete Rolle. Lediglich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer Blütezeit in der Region. Eine schwere Reblausplage in Frankreich ließ die dort ansässigen Winzer über den Tellerrand blicken, um ihre Lücken bei kräftigen Rotweinen etwas zu schließen.

 

Schon im fünften Jahrhundert vor Christus haben die Phönizier an der spanischen Ostküste Wein angebaut. Die Griechen und nach ihnen die Römer setzten diese Tradition fort. Nach dem Einfall der Mauren darbte der Weinbau und selbst nach der Reconquista, der Rückeroberung durch die Christen, dauerte es Jahrhunderte bis das frühere Wissen und Können wieder erreicht werden konnte.

Im 16. Jahrhundert wurden Weine aus Alicante bereits bis nach England und Belgien exportiert. Zur gleichen Zeit existierte in Valencia schon ein ausgeklügeltes Regelwerk als Grundlage für die Weinproduktion. Weil die Levante zunächst von der Reblaus verschont wurde, konnte sich der Weinbau Ende des 19. Jahrhunderts hier etablieren.

 

Nachdem eine Reblausplage auch die Levante erreichte, setzten viele Bauern zunehmend auf Orangen- und Olivenanbau. Ebenfalls zu dieser Zeit entstanden Winzer-Großbetriebe, die sich auf den Export von Fasswein spezialisierten. Bis vor 30 Jahren war dieser Fasswein-Export die Hauptproduktionsform für Wein aus dieser Gegend. Doch auch Kellereien anderer Regionen griffen gern auf die Levante-Weine zurück um ihre eigenen Weine aufzubessern.

 

Erst in den letzten Jahrzehnten entstand insbesondere in der Region um Murcia eine Weinbauszene, die mit Qualitätsweinen auf sich aufmerksam macht. Die 55.000 Hektar Rebfläche von Murcia teilen sich wiederum in drei Unterregionen auf: Bullas, Jumilla und Yecla.

Die Region Murcia gilt als Hochburg der Rebsorte Monastrell. Sie ist eine der zahlreichen Rebsorten, die unter Liebhabern hohe Beliebtheit genießen, in der allgemeinen Wahrnehmung aber wenig Beachtung finden.

Monastrell ist eine alte Rebsorte, die auch Mataro genannt wird. In Frankreich hat sie vor allem in der Provence als Mourvèdre Berühmtheit erlangt. Sie wird dort angebaut, wo es trocken und heiß ist, denn für echten und falschen Mehltau ist die Rebsorte sehr empfänglich.

 

Als Winzer braucht man Geduld und guten Willen, um sie erfolgreich anzubauen. Ihr Reifeverhalten ist recht uneinheitlich und die Erträge eher niedrig. Positiv wahrgenommen wird die Monastrell aber im Ausbau. Hierbei gilt sie als stabilisierendes Element in Cuvées und kann tiefdunkle, beerig-würzige Rotweine liefern, die lange reifen können.

 

Unser Winzer Casa Rojo aus der Region Murcia hat ebenfalls sehr spannende Monastrell-Weine zu bieten. 2009 als Weingut ohne Weingut und eigene Rebstöcke gegründet, war Casa Rojo anfangs ein heimatloses Projekt. 2015 zog es die Gründer dann wieder in ihre Heimat, wo sie im idyllischen Tal Paraje de la Raja zwischen Sierra del Carche und Sierra de la Pila ihr eigenes Weingut bezogen. Nun hat Casa Rojo 23 Hektar voll mit Monastrell, Garnacha und Syrah.

 

Heute ist Casa Rojo ein Kollektiv aus 12 Weinbegeisterten und Liebhabern besonderer Raritäten. In Murcia in der D.O. Jumilla haben sie sich zusammen gefunden, um ihrem Berufsleben eine zweite Seite hinzuzufügen und etwas völlig anderes zu machen. Die selbsternannten "Weingurus" sind eine bunte Truppe aus Önologen, Winzern, Designern und Vertrieblern. Und das merkt man! Die Mischung aus Fachkundigen für den Inhalt und Spezialisten für das Design ist bei Casa Rojo offenkundig.

 

Die Flaschenetiketten stechen ins Auge; jedes ist auf seine Weise besonders und oft mit Witz und viel gestalterischem Geschick entworfen. Ja, und der Inhalt, der überzeugt sowieso. Man darf vielschichtige Weine erwarten, die ihre Herkunftsregion perfekt widerspiegeln. In insgesamt 6 D.O.s werden Weine angebaut. Ausgebaut und abgefüllt werden sie direkt vor Ort in den jeweiligen Weingütern. Jeder Wein soll sortentypischen Charakter haben und das Terroir hervorheben. Einmal auf der Flasche gelangen die Weine nach Murcia, um von dort vermarktet und verschickt zu werden. Casa Rojo arbeitet mit Liebe, Leidenschaft und Respekt vor dem Wein sowie seiner Kultur.

 

Macho Man

Der Macho Man von Casa Rojo macht mit seinen kräftigen Beerennoten mächtig Eindruck. Er vereint diese fruchtigen Töne mit Kräuternoten wie Thymian und Rosmarin sowie leicht rauchigen Fassnoten. Zudem kann der Macho Man super gelagert werden und wird an der Luft immer besser.

 

Enemigo Mio

Der Enemigo Mio ist eine Hommage an den Feind der Garnacha Traube, das Wildschwein mit besonders gutem Geschmack. Die Kombination aus Sauerkirsche, Zartbitterschokolade, etwas Vanille und Karamell macht die Vorliebe des Wildschweins für diese Trauben absolut nachvollziehbar.

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