Sommer, Sonne, Natural Wine soll's sein!

Naturwein, Orange Wine, Natural Wine, Raw Wine… genauso viele Namen wie Gesichter hat dieser nicht mehr ganz neue, aber immer noch eher unbekannte Weinstil. Er schafft es aber durch seine Ungewöhnlichkeit, Menschen zum Wein zu bringen, die sich sonst nicht unbedingt als Weintrinker einschätzen würden. Dies gilt vor allem für das jüngere Publikum, bei dem Naturwein weltweit eine gewisse Hippness entwickelt hat.

 

Ein Grund dafür ist sicherlich der etwas ungewöhnliche Geschmack, der dem Trinker zweifelsohne ein Maß an Aufgeschlossenheit und Entdeckerfreude abverlangt, ihn so aber auch als Abenteurer auszeichnet. Wer Naturwein trinkt hat Lust auf Unkonventionelles und lässt sich gern überraschen.

Denn durch die Art der Herstellung ist Naturwein immer wieder anders und entwickelt auch im Glas bei veränderter Temperatur eine große Komplexität.

 

Die Macher von Naturwein produzieren nicht das Altbekannte, Massentaugliche, sondern haben den Anspruch charakterstarke, sehr individuelle Weine zu erzeugen. Sie keltern Weine, die ihnen selbst gefallen und nicht maßgeblich am Geschmack der Konsumenten ausgerichtet sind. Die Naturwein-Winzer haben vor allem Lust am Handwerk, am Ausprobieren und Experimentieren. Diese Herangehensweise führt zu sehr viel Authentizität.

 

Für die Herstellung des Orange Wines werden weiße Trauben so verarbeitet als wären es rote. Sie werden daher nach der Ernte nicht direkt abgepresst - Saft und Schale nicht getrennt. Stattdessen werden Saft, Schalen und Beerenbestandteile gemeinsam vergoren. Bei dieser Maischegärung und der bis zu mehrere Monate dauernden Maischestandzeit werden die, auch in weißen Trauben vorhandenen, Farbstoffe und Tannine aus den Traubenschalen extrahiert.

Diese Ausbauart ist einzigartig für den Orange Wine und verleiht ihm seine typisch dunkelgelbe bis orangene Farbe. Während des gesamten Prozesses werden Maßnahmen der herkömmlichen Weinbereitung weitgehend vermieden. Meist sind die Weine weder geschönt, filtriert noch geschwefelt.

 

Wenn Du es genauer wissen möchtest, schau mal hier rein.  

 

Die Machart der Orange Wines macht sie im Unterschied zu herkömmlichen Weißweinen oft komplexer, aromatischer und prägnanter im Geschmack. Es sind Weine mit Identität, Facettenreichtum und Raffinesse, die für viel Trinkspaß sorgen und auch als Speisebegleiter eine gute Figur machen. Passend für den Sommer haben wir bei Wein-Danke eine schöne Auswahl an Natural Weinen im Angebot. Probiert euch doch mal durch:

 

Orange Punch

 

Wie es typisch ist für Naturweine wird dieser Gewürztraminer wie ein Rotwein ausgebaut. Ganz ohne Schwefel und ungefiltert abgefüllt entsteht so ein Orange Wein vom Feinsten. In der Nase überwiegen blumige und karamellige Noten. Am Gaumen findet sich eine tolle Tannin- und Säurestruktur. Gefolgt wird das Ganze von einem leicht fruchtigen Abgang. Ein Wein der sich nicht auf den ersten Schluck erschließt. Wer sich aber auf den zweiten und dritten Schluck einlässt, wird mit großem Trinkspaß belohnt. Perfekt zu Gegrilltem.

 

Marto Ruländer 2018

 

Der Ruländer von Marto Wines verwirrt erst mal ein bisschen. Was da ins Glas kommt sieht mehr nach einem Rosé als nach einem Grauburgunder aus. Dies ist der Maischestandzeit im gebrauchten Holz zu verdanken. Was man dann aber an Nase und Gaumen erlebt, lässt fast schon jubeln. Aprikose und Orange treffen auf überragendes Kräuteraroma in Verbindung mit feiner Mandelnote. Ohne Zusatz von Schwefel und unfiltriert abgefüllt lässt der Marto alle Liebhaber von Natural Weinen ein bisschen vom Himmel träumen.

 

Fuchs Jacobus Silvaner SOFREI

 

Ein Landwein aus einer der ältesten österreichischen Rebsorten, die längst auch in Deutschland heimisch geworden ist - der Silvaner. Hier wird nicht nur, wie bei Fuchs-Jacobus üblich, ohne Industriehefen, sondern auch ganz ohne Schwefel und Filtration gearbeitet. Der Duft nach Grapefruit, Mandel und Malz wird am Gaumen noch durch einen leicht hefigen Touch verstärkt. Ein komplett anderes Geschmacksbild als herkömmlich produzierte Silvaner. Nichts für Feiglinge!

 

Nigl.com Gelber Muskateller 2013

 

Dieser Gelbe Muskateller der Riede Herzogberg - einer von Kalk und Blauschiefer geprägten Lage in Perchtoldsdorf - spiegelt die kühlen Noten seines Terroirs perfekt wieder. In der Nase sehr fein und facettenreich mit Aromen von Zitronengras, Minze und Grapefruit. Am Gaumen feinnerviger, trinkanimierender, leicht exotischer Geschmack. Wird mit Weinberg-eigenen Hefen spontan vergoren und nur minimal geschwefelt. Abgefüllt wird nach leichter Filtration. Dieser Gelbe Muskateller eignet sich perfekt als sommerlicher Aperitiv. 

 

Nigl.com Orange Alte Reben 2017

 

Hier kommt die geballte Ladung Natur. 55 Jahre alte Rebstöcke vom Gemischten Satz liefern das Traubenmaterial für ein wildes, unverfälschtes Trinkvergnügen. Nicht für Standardtrinker geeignet - hier werden die Geschmacksnerven gefordert. In der Riede Weisser Stein auf Kalkstein gewachsen, per Hand geerntet, mit möglichst wenig Eingriff im Keller vergoren und ohne Schwefel abgefüllt. Flasche ganz durchkühlen und vor dem Öffnen schütteln. Ja, richtig gelesen - schütteln!

 

Preisinger Zweigelt Kieselstein

 

In der zweiten Septemberwoche per Hand gelesen und im Weingarten selektiert. Spontan im Stahltank vergoren, 10 Monate in gebrauchten Eichenfässern ausgebaut, keine Schönung oder Filtration. Aus den gleichen Weinbergen stammend wie sein großer Bruder Pannobile, zeigt er sich in der Nase duftig nach frischer Kirsche, Flieder und Brombeere, ergänzt durch Kräuternoten und Anis. Im Glas leicht trinkbar, vollreife, tiefdunkle Frucht. Kirsche, Zwetschge und etwas Nelke. Saftige, dabei aber feine und sehr weiche Tannine. Die florale Note macht den Zweigelt 2018 zu einem richtigen Sommerparty-Wein.

 

Preisinger Blaufränkisch Kalkstein

 

Dieser Blaufränkisch von Claus Preisinger zeigt in der Nase Aromen von Brombeeren, Waldbeeren und Schwarzkirschen, etwas Würze von Nelken und Pfeffer und erinnert an frischen, feuchten Waldboden. Am Gaumen überwiegt Kirsch- und Zwetschgenaroma. Im Oktober an den kalkigen Lagen am nördlichen Ufer des Neusiedler Sees handgelesen und -selektiert, wird er im Stahltank spontan vergoren und für acht Monate auf der eigenen Hefe im Eichenfass ausgebaut. In die Flasche geht es ohne Filtration.

 

Preisinger ErDELuftGRAsundreBeN

 

Ein ungeschönter, ungefilterter und ohne Schwefel abgefüllter Blaufränkisch aus der renommierten Lage Edelgraben, ohne sich so nennen zu dürfen. Das gibt’s? Oh ja! Denn Claus Preisinger stellt seinen ErDELuftGRAsundreBEN nicht zur Qualitätsweinprüfung vor. Er lässt ihn einfach Wein sein. Der Duft nach Brombeeren, Kirschen, Oliven und Veilchen setzt sich am Gaumen fort. Hinzu kommt etwas Erdiges. Dezentes Säurespiel und eine ganz leichte Mineralik runden diesen aussergewöhnlichen Wein ab. Der Gault Millau Weinguide hat ihn zum Alternativen Wein des Jahres gekürt.

 

Josef Guadelupe

 

Wer Lugana hört, denkt an die immer gleicher werdenden Abfüllungen der bekannten Marken vom südlichen Ende des Gardasees. Wer dann den Guadelupe im Glas hat, traut erst seinen Augen und später seinem Gaumen nicht. Die Feinheit und die Filigranität des unfiltriert abgefüllten Weines erschliesst sich schon beim ersten Schluck. Jedoch sollte man die Flasche im Idealfall 15 - 30 Minuten vor diesem öffnen. Dann erst kommen nämlich die für Trebbiano typischen und hier in reinster Form vorhandenen Noten nach Bittermandeln, Eukalyptus, weißem Pfeffer perfekt zur Geltung. Als Bonus kommt noch eine leichte Exotik dazu. Am Gaumen schmeckt man feinste Pfirsichnoten und Kreuzkümmel. Luca Francesconi wollte zeigen was möglich ist, wenn man eingetretene Pfade verlässt und sich auf das Ursprüngliche zurück besinnt. Das ist ihm hier in aussergewöhnlicher Weise gelungen. 

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