Spannende Fakten zum Traditionsweingut Esterhazy

Der Name Esterhazy ist auch vielen Nicht-Weintrinkern ein Begriff. Hat die Fürstenfamilie doch eine jahrhundertealte Geschichte. Die Ahnen der Familie lassen sich bis in das 13. Jahrhundert zurückverfolgen.

 

 

Lange Familiengeschichte

 

 

1687 wurde Graf Paul Esterhazy von Kaiser Leopold I. in den Fürstenstand erhoben. Ab 1712 bekam jeder erstgeborene männliche Esterházy die Fürstenwürde übertragen. Mit dem Ende der Donaumonarchie kam es für die Esterhazys zu grundlegenden Veränderungen. Seit der Vertrag von Trianon 1920 geschlossen wurde, lagen ihre Güter in sechs verschiedenen Ländern. Auf Ungarn, Rumänien, der damaligen Tschechoslowakei, Slowenien, Österreich und Kroatien verteilt befanden sich die Besitztümer der Familie nun. Weitere harte Einschnitte erlitt die Familie im zweiten Weltkrieg. Um sich in Sicherheit zu bringen, floh ein Teil der Familie vor der sowjetischen Besatzung. Manche, die da blieben, wurden verfolgt und verurteilt. So zum Beispiel Fürst Paul V., der in einem Schauprozess 1948 von den Kommunisten zu 15 Jahren Haft verurteilt wurde. Weitere Schauprozesse, Gefangenschaften und Deportationen folgten. Die Witwe von Fürst Paul V., Melinda Esterhazy, ließ den Nachlass nach seinem Tod im Jahre 1989 in Stiftungen übergehen. Diese werden von ihrem Neffen, Dr. Stefan Ottrubay geleitet.

 

 

Das Traditionsweingut als Teil eines Großbesitztums

 

 

Das Weingut Esterhazy ist Teil des riesigen Besitztums der Fürstenfamilie Esterhazy. Der mittlerweile großteils im Burgenland befindliche Grundbesitz umfasst insgesamt 44.000 Hektar Land- und Forstwirtschaftsflächen mit Wäldern, Ackerflächen, einen Teil des Neusiedler Sees und eben einige Weingärten. Der Kulturbesitz umfasst mehrere Burgen und Schlösser, die heute alle der Öffentlichkeit zugänglich sind. Seit den 1920er Jahren lebt kein Vertreter der Familie Esterhazy mehr in den österreichischen, historischen Immobilien der Familie. Die Kernaufgaben der Stiftungen sind, den Grundbesitz sowie die Immobilien wirtschaftlich zu entwickeln, um mit den Erträgen die geschichtlichen und kunsthistorischen Werte zu bewahren und die historischen Denkmäler der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seit dem Bestehen der Stiftungen wurden mehr als 100 Mio. Euro in deren Substanz und in den Kulturtourismus im Burgenland investiert und 350 Mitarbeiter beschäftigt.

 

 

Wann wurden die Esterhazys zu Winzern?

 

 

Die Fürstenfamilie Esterhazy hat über Jahrhunderte die Kultur und das politische Leben Mitteleuropas bestimmt und ebenso auch den Weinbau der Region mitgeprägt. Bereits 1622 begann die Geschichte des Weinbaus für die Familie Esterhazy. Graf Nikolaus von Esterházy bekam die Herrschaften von Eisenstadt und Forchtenstein von Kaiser Ferdinand II. verpfändet und legte dort den Grundstein des Weinguts. Die Region um das Leithagebirge in der pannonischen Tiefebene mit dem Neusiedlersee ist eine der ältesten Weinbauregionen der Welt.

 

 

Tradition und Moderne gehen bei Esterhazy Hand in Hand

 

 

Als die Republik Österreich im Jahre 1921 neu aufgebaut wurde, fanden Teilungen von Rebflächen statt, im Zuge derer Esterhazy einige Flächen verlor. Ebenso massive Verluste an Weinbaufläche erlitt das Weingut aufgrund einer Zwangsenteignung im Jahr 1948. Mit weniger Rebfläche und schlechterer Rebenqualität musste das Weingut gegensteuern und investierte zunehmend in ausgefeilte Kellertechniken. Direkt im Barockschloss im österreichischen Eisenstadt wurde bis ins Jahr 2006 gekeltert. Erst danach zog die Kellerei an den Stadtrand und errichtete ein neues Gebäude mit moderner Kellertechnik.

 

 

Heute prägen Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon, Merlot, Zweigelt und Pinot Noir das Rotweinsortiment und Pinot Blanc, Welschriesling, Sauvignon Blanc und Chardonnay wachsen auf den gut 76 Hektar Rebflächen zu Weißweinen heran. Große Bekanntheit hat Esterhazy auch mit seiner Beerenauslese erlangt. Insgesamt werden jährlich um die 450 000 Flaschen von Esterhazy abgefüllt. Bis 2023 wird das Weingut vollständig Bio-zertifiziert sein. Es wird geleitet von Frank Schindler, der durch ein junges international erfahrenes Team unterstützt wird. Önologe und Kellermeister im Weingut Esterházy ist Rob Krammer.

 

 

Vielfalt im Boden führt zu Vielfalt in der Flasche

 

 

Die Region rund um den Leithaberg ist geprägt von trockenen, heißen Sommern und kalten Wintern. Der Neusiedler See im Mittelpunkt mildert die Unterschiede etwas ab. Die Böden sind durchsetzt mit Gneis, Schiefer, und Leithakalk. Je nach Lage finden sich komplett andere Böden und Bedingungen vor, die beispielsweise in Sankt Margarethen mit sandigem Lehmboden und kühleren Temperaturen frische, leichte Weine hervor bringen.

 

 

Rust zeichnet sich durch unterschiedliche sandige Böden und höhere Temperaturen aus. Die Lagen Eisenstadt und Kleinhöflein sind durchsetzt mit mal mehr, mal weniger Lehm und Kalk. Großhöflein wird dominiert von schwarzem und lehmigem Boden. Das Klima ist kühler. Die Weine sind elegant und entwickeln eine feine Fruchtnote. So hat jede Ecke der Weinhänge von Esterhazy seine eigenen Qualitätsmerkmale. Wir haben einige der beeindruckenden Resultate von ihnen im Programm, die wir euch im Auszug vorstellen:

 

 

Esterhazy Estoras Sauvignon Blanc 2018

 

 

Ein gereifter Sauvignon Blanc vom Leithaberg. Sein fülliger, cremiger Körper, seine angenehme Säure und seiner spannenden Fruchtnoten von Grapefruit, Stachelbeeren und Holunderblüten bereiten dem Estoras-Trinker sehr viel Trinkfreude. Handverlesen, gekühlt vergoren und nach viermonatiger Lagerung auf der Feinhefe kommt der Estoras in die Flasche. Hier geht´s zu unserem Shop!

 

 

Esterhazy Pinot Blanc Old Vines Nr. 1 2017

 

 

Auch hier wurden die Trauben mit der Hand gelesen und nur die beste Qualität ausgewählt. Der Pinot Blanc der über 40 Jahre alten Rebstöcke wird hierbei in einer Esterhazy-untypischen Art und Weise ausgebaut. Nach der pneumatischen Pressung wird in gebrauchten Fässern spontan vergoren und im Anschluss für ein halbes Jahr im Stahltank gelagert. Ohne zugesetzten Schwefel kann der Pinot Blanc durch das Auslassen der Filterung lange gelagert werden. Mit seiner enthaltenen Hefe und dem Trub bringt der Pinot Blanc Kräuternoten, Blüten, Zitrus und leichte Frucht ins Glas. Das leichte Tannin gibt ihm Struktur. Probier ihn hier!

 

 

Esterhazy Blaufränkisch Leithaberg DAC 2016

 

 

Eher wieder der klassischen Vinifikation und der Tradition des Weinguts folgend ist der Blaufränkisch sehr aromenreich und mit lebendiger Säure. Viel Kirsche, Preiselbeeren, Wacholder, leichte Pfeffer- und Röstnoten. Die 30 Jahre alten Reben werden von Hand gelesen, knapp drei Wochen auf der Maische vergoren und im Anschluss für eineinviertel Jahre im Barrique und großen Holzfass gelagert. Es entsteht ein sehr klassischer, eleganter Blaufränkisch. Hol ihn Dir hier!

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