Weinland Südtirol – Pinot Grigio, Gewürztraminer, Vernatsch und co

Große Vielfalt auf kleinem Raum, geprägt durch die Gegensätze alpiner Berglandschaft und mediterraner Pflanzenwelt, ist sicher eines der markantesten Merkmale der Weinregion Südtirol. Mit etwas mehr als 5000 Hektar zählt es zwar zu den kleinsten Weinregionen Italiens, ist aber sicher auch eines der charakterstärksten. Die sehr unterschiedlichen Anbaugebiete Südtiroler Unterland, Überetsch, Bozen, Mittleres Etschtal, Meran und Eisacktal bieten optimale Bedingungen für mineralisch-frische, fruchtbetonte Weißweine und fruchtig-leichte Rotweine. Wie hat sich die Region zu dem entwickelt, was sie heute ist?

 

 

Geschichte des Weinbaus in Südtirol

 

 

Durch Funde von Traubensamen aus der Eisenzeit lässt sich belegen, dass es Wein schon seit über 3000 Jahren in Südtirol gibt. Ärchäologische Freilegungen belegen zudem eine ebenso lange währende Art von Weinbau. Im ausgehenden Mittelalter und in der Habsburgerzeit im 14. Jahrhundert hatte der Weinbau eine Hochzeit in Südtirol.

 

 

Südtiroler Weine in die Export-Poleposition

 

 

Nicht zuletzt hat dazu eine strikte Abschottung der Tiroler Landesfürsten beigetragen. Um für mehr Export in Richtung Norden zu sorgen, wurde die Einfuhr italienischer Weine nach Südtirol verboten; und das über Jahrhunderte hinweg. Man trank also nur seinen eigenen Wein und manifestierte sich den Absatz über die Alpen durch Ausschluss der Wettbewerber. So viel Dominanz prägt natürlich. Kein Wunder also, dass sich Österreich und der Süden Deutschlands noch heute zu südtiroler Weinen sehr hingezogen fühlen.

 

 

Von der Reblausplage über den Massenwein zum Qualitätswein

 

 

Nach all diesem Erfolg machten einige Ereignisse dem Absatz südtiroler Weine im Laufe des 20. Jahrhunderts zu schaffen. Natürlich machte die Reblaus auch vor Südtirol nicht Halt, labte sich an den aromatischen Trauben und merzte, nicht anders als in den meisten anderen europäischen Ländern, ganze Weinhänge komplett aus. Die zwei Weltkriege taten ihr Übriges in Sachen Ausfuhrbeschränkungen und Repressionen. Erst in den 1980ern fand man mit der Massenweinproduktion wieder Tritt. Doch durch nach und nach veränderte Qualitätsansprüche musste man die Strategie anpassen. Von vorrangig auf Masse produzierten Allerweltsweinen wurden die Weichen in Richtung Qualität vor Quantität gestellt. Und damit fährt man seither gut. Die regionalen Besonderheiten in den vielen, wirklich handwerklich hergestellten Weinen hervorzuheben, ist es was die Weinregion Südtirol ausmacht.

 

 

Törggelen – vom Brauchtum zum Touristenmagnet

 

 

Einen Beitrag dazu hat sicher auch die Tradition des Törggelen geleistet. Schon in Fundstücken aus dem 15. Jahrhundert findet man Hinweise auf dieses Brauchtum. Im Herbst, zur Feier der Weinlese, findet man sich zusammen und verkostet die noch unvergorenen, frischen Weine. Zur kulinarischen Untermalung werden herbstliche Gerichte wie Maronen, Speck, hausgemachte Würste und bodenständige Bauernküche dazu gereicht. Es ist ein Fest des Weins, des Herbsts und der Geselligkeit. Ursprünglich besuchten im Spätherbst Städter und Wirte die Winzer, um im Presshaus den neuen Wein zu verkosten und dessen Qualität zu überprüfen. Im Laufe der Zeit ist Törggelen jedoch immer mehr zu einer Touristenattraktion „verkommen“ und wird entsprechend ausgeschlachtet. Dennoch ist es ein guter Weg, auch handwerklich produzierten Weinen eine Bühne zu bieten. Die Festlegung von DOC-Weinlagen zur Bestimmung spezieller Qualitätskriterien der Weinregion Südtirol hat zur Etablierung angesehener Winzerweine beigetragen.

 

 

Peter Sölva – unser Winzer aus Kaltern

 

 

Derartige Winzerweine werden seit zehn Generationen auf dem Weingut von Peter Sölva in Kaltern gekeltert. Auf 12 Hektar Rebfläche wird schonend gearbeitet und stetig an Qualität und Weiterentwicklung gefeilt. Auch das Weingut Sölva ging den Weg von offenen Fassweinen hin zu ausgewählten Flaschenabfüllungen. Wir haben einige spannende Tropfen von ihnen im Angebot. Hier kaufen.

 

 

Viel Weißwein und Südtirols Roter Vernatsch

 

 

Knapp 60 Prozent der Südtiroler Weinbaufläche werden für die Produktion von Weißweinen bewirtschaftet. Ganz klar vorne dran sind Pinot Grigio und Gewürztraminer, sowie viel Weißburgunder und Chardonnay. Sauvignon Blanc, Müller Thurgau, Sylvaner, Kerner, Riesling und Veltliner sind aber auch sehr weit verbreitet. Schon seit über einem Jahrhundert gibt es zudem viele Rotwein-Stöcke wie die autochthonen Rebsorten Vernatsch und Lagrein oder klassische Rebsorten wie Blauburgunder, Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

 

Der Vernatsch findet sich als absoluter südtiroler Klassiker unter den Bezeichnungen St. Magdalener, Kalterersee Auslese, Meraner Hügel, Bozner Leiten oder einfach als Südtiroler Vernatsch und ist meist ein leichter, fruchtbetonter Rotwein mit sanften Tanninen, der im Sommer auch gut gekühlt getrunken werden kann. Vernatsch hat sich generell gut weiter entwickelt, hin zu fruchtig-dichten Roten, deren Vielfalt in Stilistik und Ausbau zugenommen hat. Auch bei den anderen Rebsorten gibt es je nach Region ganz vielfältige Schwerpunkte.

 

 

Südtirols vielfältiges Klima und seine vielfältigen Weine

 

 

Die Unterschiede der einzelnen Anbaugebiete sind augenscheinlich. In Südtirol treffen Gegensätze aufeinander. Schneebedeckte Gipfel und Felsklippen stehen Zypressen und Feigenbäumen gegenüber. Kühle Weiße versus mediterrane Rote. Im Südtiroler Unterland zwischen Margreid und Salurn, mit knapp 2000 Hektar Rebfläche die größte Region, gedeihen durch den Einfluss des milden Klimas vom nahen Gardasee genau solch spät reifende Rebsorten wie Cabernet Sauvignon. Und Trauben wie Müller-Thurgau fühlen sich auf 1000 Metern genauso wohl wie auf 200 Metern.

 

In der 1.700 Hektar großen Region Überetsch mit dem Kalterer See wachsen Merlot und Cabernet in den Tallagen und Weißburgunder, Gewürztraminer, Sauvignon Blanc und Blauburgunder in den höheren Gegenden. Der Lagrein ist der Star im Weinanbaugebiet rund um Bozen mit seinen knapp 700 Hektar. Nordöstlich von Bozen gibt der Vernatsch im St. Magdalener Rotwein die Marschrichtung vor. Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Chardonnay sind die Hauptakteure im gut 300 Hektar großen mittleren Etschtal. Aushängeschilder sind hier die Orte Terlan, Nals und Andrian.

 

In Meran und Umgebung gedeihen auf 300 Hektar vor allem Vernatsch, Blauburgunder und Merlot. Neben Äpfeln freuen sich im Vinschgau Weißburgunder, Müller-Thurgau und Blauburgunder über kräftige Sonnenstrahlen. Weißwein satt findet sich im Eisacktal, mit vorrangig Sylvaner-, Müller-Thurgau-, Kerner- und Rieslingtrauben.

 

Südtirol spiegelt seine geologische und klimatische Vielfalt also direkt in seinen vielen, unterschiedlichen Weinen wider. Viele verschiedene Böden wie verwittertes Urgestein mit Quarzanteil und vulkanischer Porphyr sorgen für einiges an Komplexität bei Südtirols Weißen. Lehmhaltige Sandböden wiederum lässt Weine wie Cabernet Sauvignon glänzen.

 

 

Südtirols Weingenossenschaften

 

 

Insgesamt produzieren die etwa 160 Weinerzeugerbetriebe Südtirols jährlich gut 40 Millionen Flaschen Wein und 150.000 Flaschen Sekt. Wenn es auch viele kleine, unabhängige Winzer gibt, so dominieren genossenschaftlich geführte Kellereien, die rund 70 Prozent des Südtiroler Weines erzeugen. Allein ein Viertel der Weinproduktion kommt aus dem Verband „Südtiroler Weingüter“. Den Rest produzieren die „Freien Weinbauern Südtirols“. 

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