Im Interview: Winzer Andreas Ziniel

„Wenn Sie bei uns einen Ball hinlegen, wird er ruhig dort bleiben, wo er ist. Das liegt daran, dass wir uns hier am niedrigsten Punkt Österreichs befinden, so dass sich nichts ohne Anstoß bewegt. Auch wir sind hier ganz in der Ruhe und der Mitte des Universums. Das liegt an der angeborenen Faszination für die weitweitweite Landschaft mit 360 Grad Rundumsicht und 180 Grad Himmel. So gesehen sind wir eher Buddhisten als Rolling Stones. Freigeister, nicht Stadtfräcke. Das prägt auch unsere Weine, die davon auf ihre ganz eigene Art erzählen. Je nach Herkunft und Gradation ganz einfach und bodenständig, g´radaus und typisch oder eigensinnig, unverwechselbar und frei.“

 

So beschreibt unser Winzer Andreas Ziniel sich und sein Familienweingut. Uns haben seine Weine von der ersten Stunde an begeistert. Sie sind charakterstark und bleiben lange in Erinnerung. Wir möchten euch zeigen, wer dahinter steckt. Deshalb haben wir Andreas ein paar Fragen zu ihm und seiner Arbeit gestellt:

 

Wie bist Du Winzer geworden bzw. war für Dich schon immer klar das Du Winzer werden willst?
Ich bin durch den elterlichen Betrieb natürlich stark vom Weinbau gesprägt und habe schon früh sehr viel mitbekommen. Dass ich in diese Richtung gehen möchte, war von vornherein klar. Auf der Weinbauschule in Klosterneuburg bekam ich zusätzlich wahnsinnig viel Input, was mein Interesse nur noch mehr geweckt hat.

 

Welche Ausbildung hast Du absolviert?
Ich war auf der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg und habe dort meine Ausbildung im Weinbau absolviert.

 

Was ist für Dich das Besondere am Beruf Winzer?
Ich genieße die viele Zeit in der Natur sehr. Und die vielseitige Arbeit als Weinbauer bietet wahnsinnig viel Abwechslung. All diese vielen verschiedenen Schritte führen am Ende zum eigenen Produkt, welches Du in der Hand halten und natürlich vor allem schmecken kannst. Dass Du das Resultat der Arbeit so direkt sehen kannst und dass das Produkt, was man schafft, so greifbar ist begeistert mich immer wieder aufs Neue. Und klar, das Allerbeste ist natürlich, wenn ich auch andere Leute damit begeistern kann.

 

Woher kommt der Name Ziniel?
Die Herkunft des Namens ist nicht so ganz eindeutig nachzuvollziehen.

 

Ist Tradition eher Fluch oder Segen für Dich?
Tradition hat tatsächlich seine Vor- und Nachteile. Aber im Gegensatz zu anderen, viel älteren Weinbauregionen, ist die Region östlich vom Neusiedler See kurz vor der Grenze zu Ungarn eine eher junge Weinregion. Da hat man es mit neuen Weinstilen einfacher. Man kann unbeschwerter experimentieren und andere Wege gehen.

 

Wie viele Hektar bewirtschaftet ihr?
Wir bewirtschaften 16 Hektar.

 

Wie alt sind eure Stöcke?
Wir haben eine bunte Mischung an ganz unterschiedlich alten Reben. Manche wurden in den letzten fünf Jahren gepflanzt, andere sind schon 35 Jahre alt.

 

Wie bewirtschaftet ihr eure Weingärten?
Mittlerweile arbeiten wir komplett biologisch. Aber auch mein Vater hat immer schon ohne Herbizide und künstliche Dünger gearbeitet.

 

Was zeichnet eure Region bezogen auf Wein für Dich aus?
Obwohl wir hier in der heißesten Ecke Österreichs sind, versuchen wir mit einem frischen, herkunftsbezogenen Weinstil entgegenzuwirken. Uns ist ganz wichtig, dass wir mit unseren Weinen unsere Herkunft widerspiegeln und sie so unverwechselbar machen.

 

Wie wird bei euch im Keller weiterverarbeitet?
Unser oberstes Ziel im Keller ist es, die Trauben ohne große Beeinflussung in die Flasche zu bekommen. Sie sollen sich so entwickeln können, wie es stimmig ist und nicht von uns in eine bestimmte Richtung gedrängt werden.

 

Welchen Deiner Weine würdest Du empfehlen, wenn es langsam wieder wärmer wird?
Zum Einstieg in den Abend erstmal etwas Leichtes, wie unseren Andres Rosé. Zu den Vorspeisen einen leichten Roten wie die St. Andräer Johannishöhe St.Laurent. Und zu einem deftigen Steak dann unseren Zeta Cuvee. Die Roten können übrigens ruhig ein wenig gekühlt einschenkt werden.

 

Welchen Deiner Weine favorisierst Du im Moment?
Puh, schwierig. Das kommt immer ganz auf die Stimmung an. Aber grundsätzlich eigentlich immer die Sorten, die unsere Herkunft und Region am besten in den Weinen widerspiegeln - also Weissburgunder, Chardonnay, Zweigelt und St.Laurent.

 

Wieviel Andreas steckt in Deinen Weinen?
In manchen Weinen mehr und in manchen weniger...

 

Experimentierst Du zur Zeit mit bestimmten Techniken oder Vergärungsmethoden?
Oh ja, es wird sehr viel experimentiert. Einzellagenausbau. Holz Ja vs. Nein. Großes Holz vs. Kleines Holz. Holz vs. Stahl. Ganze Trauben vs. gerebelte Trauben... Das Ziel von allem ist es, noch mehr Herkunft in den Weinen zu spüren. Das ist uns wirklich ganz besonders wichtig.

 

Welches Lebensmittel ist Dir genauso wichtig wie Wein?
Ich mag Gemüse und Fleisch auch sehr gern. Am allerliebsten direkt vom regionalen Bio-Bauern.

 

Danke Dir Andreas. Weiterhin viel Erfolg und Cheers!

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